Translationale Forschung

im Bereich Infektionen durch Herzunterstützungssysteme

Bessere Bekämpfung von Infektionen an Kunstherzen und Herzschrittmachern

Hintergrund

Infektionen gehören zu den häufigsten und gefährlichsten Komplikationen beim Einsatz von medizintechnischen Geräten direkt am Herzen, wie etwa Herzschrittmachern, Defibrillatoren oder mechanischen Kreislaufpumpen ("Kunstherzen").

Die Anwendung moderner Diagnose-Methoden ermöglicht die genaue Identifizierung der Keime und damit auch ihre frühe und gezielte Bekämpfung.

Wenn ein krankes Herz den Kreislauf nicht mehr aufrechterhalten kann und keine andere Therapie mehr hilft, können künstliche Herzunterstützungssysteme eingesetzt werden.

Diese "Kunstherzen" bestehen aus einer kleinen Pumpe, die der Chirurg direkt am Herz des Patienten einsetzt und die durch ein Kabel mit einer Steuereinheit und den Akkus außerhalb des Körpers verbunden ist.

Häufig werden solche Systeme zur Überbrückung der Wartezeit auf ein Spenderherz eingesetzt. Sie ermöglichen den Patienten und Patientinnen in den meisten Fällen eine hohe Lebensqualität. Sie können sich frei bewegen, arbeiten oder sogar Sport treiben.

Eine der häufigsten und bedrohlichsten Komplikationen beim Einsatz dieser Systeme sind Infektionen, die sich an der "Driveline", also der Verbindung der Pumpe am Herzen mit der Antriebseinheit außerhalb des Körpers bilden und dann bis zum Herzen "wandern" können.

Projektergebnis

Mediziner am Deutschen Herzzentrum Berlin haben Kunstherzen gesammelt, die den Patienten und Patientinnen wieder entnommen wurden, wegen einer Infektion, aber auch nach einer Herztransplantation oder weil die Patienten und Patientinnen verstarben.
Sie unterzogen insbesondere die "Drivelines" einer Kombination verschiedener moderner labordiagnostischer Methoden wie etwa die durch die Corona-Pandemie bekannt gewordene PCR-Untersuchung.

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Dabei konnten wichtige Erkenntnisse über Erreger gewonnen werden, die über herkömmliche Labordiagnostik nicht erkannt werden und als Ursache von "Kunstherz"-Infektionen bislang nicht identifiziert waren.

Eingeordnet in wachsende Datenbanken, ermöglichen diese Erkenntnisse immer bessere und strukturierte Diagnosemethoden und damit auch eine frühzeitige und gezielte Bekämpfung der lebensbedrohlichen Komplikation mit wirksamen Medikamenten.

Die Berliner Forscher veröffentlichten Ihre Erkenntnisse in der renommierten US-Fachzeitschrift ASAIO Journal und haben das Projekt bereits auf Infektionen von Herzschrittmachern oder Defibrillatoren ausgeweitet.

Projektinformationen
Partner: Deutsches Herzzentrum Berlin
Förderung: 2017

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