Kann Spuren von Erdnüssen beinhalten

Orale Immuntherapie

Bei einer Erdnussallergie ist die einzig bisher wirksame Therapie der strikte Verzicht auf erdnusshaltige Lebensmittel. Häufig sind Kinder betroffen und müssen mit großen Einschränkungen im Alltag leben. Die Erforschung einer oralen Immuntherapie soll den Betroffenen helfen.

Hintergrund

Erdnüsse gehören zu den Lebensmitteln, die besonders häufig schwere allergische Reaktionen hervorrufen. Schon geringe Mengen von einem Milligramm können ausreichen, um lebensbedrohliche Reaktionen auszulösen. Zum Vergleich: Eine Erdnuss wiegt etwa 500 bis 1.000 Milligramm.

Meist entsteht eine Erdnussallergie bereits im Kindesalter und bleibt bei etwa 80 Prozent der Betroffenen ein Leben lang bestehen. In Deutschland sind etwa ein bis zwei Prozent der Kinder betroffen.

Die bisher einzige Therapieform ist eine strikte Diät bei der erdnusshaltige Nahrungsmittel gemieden werden. Dies ist besonders schwierig, da Erdnüsse in vielen Lebensmitteln als Spurenhinweise vorhanden sein können. Die Liste der betroffenen Produktgruppen ist lang: Getreideerzeugnisse, Müsli, Getreideriegel, Backwaren (Kuchen, Kekse, einige Brote), Schokolade, Riegel, Pralinen, Fertiggerichte, Desserts, Vegetarische Aufstriche, asiatische, südamerikanische oder orientalische Gerichte oder auch Eis.
Der erzwungene, aber lebenswichtige Verzicht ist für Erwachsene schwer – für Kinder umso mehr.

Orale Immuntherapie

Mit dem Ziel der Desensibilisierung wird bei oralen Immuntherapien das allergieauslösende Nahrungsmittel in seiner natürlichen Form eingenommen. Dabei wird mit einer geringen Menge begonnen, die in kleinen Schritten über einen festen Zeitraum erhöht wird. So soll zunächst eine Desensibilisierung erreicht werden, wodurch betroffene Personen im Alltag vor kleinen Mengen des Nahrungsmittelallergens geschützt sind.

Letztlich soll die Therapie zu einer dauerhaften, jahrelangen Toleranz führen. Bei erfolgreicher Behandlung im Kindesalter könnte so eine dauerhafte Toleranz im Erwachsenenalter bestehen bleiben.

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Förderung

2010 förderte die Berliner Sparkassenstiftung Medizin eine Pilotstudie der Berliner Charité zu oralen Therapiemöglichkeiten bei Kindern mit Erdnussallergie. Die Forschergruppe konnte zeigen, dass eine Desensibilisierung unter strenger medizinischer Aufsicht möglich ist.

Mittlerweile weisen verschiedene Untersuchungen anderer Forscherinnen und Forscher, darunter auch Langzeitstudien, ähnliche Ergebnisse auf. Auch wenn die orale Therapie bisher nicht umfassend eingesetzt werden kann, besteht Hoffnung für die betroffenen Patientinnen und Patienten.

Projektinformationen
Partner: Charité - Campus Virchow Klinikum
Förderung: 2010

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