Grundlagenforschung: Krebserkrankung

Prognosemodelle für Patienten mit Prostatakarzinom

Nach der Diagnose einer Krebserkrankung ist die Vorhersage des weiteren Krankheitsverlaufs entscheidend für die individuelle Behandlung. Ein Prognosemodell der Berliner Charité hilft die Krankheitsvorhersagen für an Prostatakrebs erkrankten Männern zu optimieren. Die Situation der Patienten kann so entscheidend  verbessert werden.

Hintergrund

Prostatakrebs, auch Prostatakarzinom genannt, ist in Deutschland und der westlichen Welt die häufigste Krebserkrankung beim Mann. Immer wieder verläuft die Erkrankung tödlich.

Die Vorhersage des weiteren Krankheitsverlaufs ist entscheidend für die Wahl einer passenden Therapie. Abhängig von Ausdehnung und Aggressivität des Tumors müssen mitunter radikale Behandlungsformen gewählt werden, wie etwa eine operative Entfernung der Prostata oder eine Strahlungstherapie.

Da solche Prognosen über den Verlauf der Krankheit allerdings von vielen individuellen Einzelfaktoren abhängen, sind sie höchst kompliziert.


Prognosemodelle für Patienten mit Prostatakarzinom

Eine Forschungsgruppe der Berliner Charité entwickelte ein Prognosemodell, das durch die Eingabe patientenbezogener klinischer Daten eine möglichst genaue und individuelle Vorhersage des Krankheitsverlaufs ermöglichen soll.

Das Prognosemodell arbeitet auf Basis eines Programms, das ähnlich dem menschlichen Gehirn funktioniert. Es wird mit Patienteninformationen befüllt, woraufhin das Programm diese Daten untersucht und auswertet. Diese Art von Programm wird künstliches oder artifizielles neuronales Netzwerk (ANN) genannt.

So soll die individuell beste Therapieform für den jeweiligen Patienten gewählt werden.

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Forschung

Mit einer zweijährigen Förderung unterstützte die Berliner Sparkassenstiftung Medizin die Forschergruppe der Berliner Charité bei der Entwicklung des Prognosemodells.

Die Basis des Prognosemodells, ein ANN, wurde bereits in den Vorjahren in der urologischen Klinik der Charité erarbeitet. Damals wurde das Programm entwickelt, um Entscheidungshilfen für Prostatastanzbiopsien, die Gewebeprobenentnahme aus der Prostata, zu erhalten. Die Medizinstiftung unterstützte das Projekt auch zu dieser Zeit bereits.

Die Verbesserung der Patientensituation durch die bestmögliche Therapieform und die Reduktion diagnostischer Unsicherheiten steht im Fokus der Forschenden und der Stiftung.

Projektinformationen
Partner: Urologische Klinik der Berliner Charité
Förderung: 2004-2006 und 2010-2011

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